Heinrich Heine

Harry Heine (1797-1856) wuchs in Düsseldorf vorwiegend unter französischer Herrschaft auf. Er gilt heute weltweit als einer der bedeutendsten deutschen Dichter seiner Zeit. Er war Cousin des berühmten Siegburger Juden Isaac Bürger. Heines jüdische Identität blieb auch nach 1825 zentrales Motiv seiner literarischen Arbeit. Am 28. Juni jenes Jahres wurde er auf den Namen Christian Johann Heinrich getauft. Formell hörte er damit auf, Jude zu sein. Er sah in seiner Konversion das Eintrittsticket in die europäische Gesellschaft. Heinrich Heines Ort in der deutsch-jüdischen Geschichte war damals wie heute Gegenstand lebhafter Diskussionen. Für seine jüdischen Zeitgenossen war Heine Gegenstand reger Kritik. Teils aufgrund seiner jüdischen Herkunft und zunehmend jedoch wegen seiner politischen Ansichten war Heine besonders in Preußen Anfeindungen ausgesetzt. Seine Werke wurden als politisch gefährlich und moralisch verderblich verboten. Der preußischen Zensur überdrüssig, übersiedelte Heine 1831 nach Paris, wo er 1841 seine Lebensgefährtin Mathilde heiratete. Jüdische Themen durchzogen sein Werk. Erst in seinen späten Schriften bekundete er positive Gefühle gegenüber seiner jüdischen Identität: Kritik und Ablehnung wichen Bewunderung und Aneignung der deutschen Juden. Man sah in ihm einen eigenwilligen Sohn, der sein Volk nie wirklich verlassen hatte.