Annahme fester Familiennamen der rechtsrheinischen Juden 1846

Das Führen eines Familiennamens blieb der jüdischen Bevölkerung Europas bis in das 19. Jahrhundert fremd. In einigen Städten hatten sich jüdische Familien vereinzelt und ohne amtliche Genehmigung einen festen Beinamen gegeben. Die traditionelle Namensvergabe erfolgte patronymisch: Dem Namen des Kindes wurde der Name des Vaters als Beiname hinzugefügt (etwa „Isaac [ben] Abraham“ = Isaac, Sohn des Abraham). Die preußische Emanzipationsgesetzgebung von 1812 legte in §2 fest, dass die Staatsbürgerschaft der Juden an die Verpflichtung geknüpft sei, einen festen Familiennamen zu führen. Aufgrund der komplexen politischen Struktur der deutschen Staaten, fand die Einführung des neuen Gesetzes ungleichzeitig statt. Erst das „Gesetz über die Verhältnisse der Juden“ vom 23. Juli 1847 garantierte die privatrechtliche Gleichstellung und bekräftigte in seinen Bestimmungen noch einmal, dass alle jüdischen Bewohner preußischer Provinzen zur Führung eines fest bestimmten und erblichen Familiennamens verpflichtet seien. So wurde 1846 aus Isaac Abraham, der erste jüdische Stadtverordnete Siegburgs, Isaac Bürger. Seiner Initiative war es maßgeblich zu verdanken, dass die Angleichung jüdischer Rechte hinsichtlich ihrer Namensfestlegung im Siegkreis noch vor 1847 erfolgte.